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Genetischer HintergrundDer autosomal rezessive ErbgangDie PKU ist eine monogen bedingte Erbkrankheit, das heisst, sie ist das Resultat der
Veränderung eines Gens.
Die heterozygoten Menschen und die Häufigkeit der Erkrankung1-2,5 % der weissen Menschenpopulation sind heterozygote Überträger der PKU. Dies entspricht einer je nach Region abhängiger Krankheitshäufigkeit von 1:6000 bis 1:20000. Nicht nur die Menschen mit homozygot rezessiven Erbanlagen verspüren, nach detaillierten Untersuchungen, eine Menge Nachteile, sondern auch die Erbträger der PKU. Sie haben ein höheres Risiko nach 50 an Schizophrenie zu erkranken, weisen möglicherweise eine schwächere Fortpflanzungsrate auf und leiden an unterentwickelter Sprachgewandtheit. Nicht in jedem Land gibt es gleich viele PKU-Betroffene, wie beispielsweise im Nachbarsland oder bei
einer anderen Rasse. Die Häufigkeit eines PKU-Betroffenen, welcher eine schwarze Hautfarbe hat ist einiges
kleiner als die eines Weissen. Man findet einen PKU-Betroffenen unter 300’000 Schwarzen und einen unter
14'000 Weissen. Selbst bei den Weissen gibt es noch weitere Unterschiede. Im Norden kommen fast keine
PKU-Betroffene vor. Daher ist es dort auch nicht obligatorisch, das Baby auf PKU zu testen. Geht man in die
Türkei, findet man viel mehr PKU Betroffene als in anderen Ländern. Ein Grund dafür ist bis heute nicht
bekannt. Was man jedoch weiss, ist, dass in verschiedenen Ländern Mutationen vorkommen, die in anderen Ländern
weniger häufig bis gar nicht bekannt sind. So treffen wir auch in der Türkei Mutationen an, die zum Beispiel
hier in der Schweiz (bei nicht türkischen Familien) nicht oder selten vorkommen. Ursache des Gendefekts: MutationIm Allgemeinen läuft die Verdoppelung der DNA sehr genau ab. Es kann aber vorkommen, dass manchmal ein
Fehler unterläuft: eine Mutation. Nachdem ein solcher Fehler eintritt, findet man im neugebildeten
DNA-Abschnitt ein verändertes Nucleotid. Oft passiert eine solche Mutation durch äussere Faktoren (Strahlung,
Chemikalien, etc.), doch meistens ist unser Körper fähig, den Fehler zu erkennen und zu reparieren. Im Fall
der PKU ist dies nicht möglich.
Tab. 1: Auflistung von verschiedenen PAH Mutationen, die bei der PKU vorkommen. In seltenen Fällen wird die PKU durch ein Crossing-over verursacht. Dies kann bei pränataler PKU Abklärung zur Fehldiagnose führen. Phenylalanin-Hydroxylase GenDas Phenylalanin-Hydroxylase (PAH) Gen liegt auf dem zwölften Chromosom, in der Genregion 12q22-q24.
DiLella et al. konnte durch Cosmidklonierung die Struktur des PAH-Gens aufzeigen: Das mit 13
Exons bestückte
Gen soll eine Länge von zirka 90 Kb haben. Die
Exons am 3’-Ende des Gens liegen eng beieinander, am 5’-Ende
sind sie jedoch durch grosse Intronstücke getrennt. Die Grösse der Intronstücke variieren zwischen 1 bis 23
Kb.
Folgen der MutationBei der Vererbung der Mutation auf Chromosom 12 von den Eltern an das Kind, führt dies beim Kind zu einem Defekt, der eine Störung im Phenylalaninstoffwechsel verursacht. Durch diesen Defekt ist die Leber nicht mehr fähig das Enzym Phenylalanin-Hydroxylase herzustellen. Im folgenden Unterkapitel „Biochemischer Hintergrund“ wird der Phenylalaninstoffwechsel genauer erklärt.
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